Seit Jahrtausenden erschaffen Menschen auf der ganzen Welt die Vielfalt der Kulturpflanzen und der Nutztiere. Diese bio-kulturelle Vielfalt ist ein elementarer Teil des Menschenrechts auf Nahrung und muss deshalb Gemeingut bleiben und allen gehören. Aber heute kontrollieren zehn Konzerne bereits 67% des weltweiten Saatgutmarktes. Sie fordern eine Ausweitung ihrer geistigen Eigentumsrechte, um ihre Profite noch zu vergrößern und ihre Industriesorten der ganzen Welt aufzuzwingen. Nachbaufähige Sorten hingegen werden systematisch vom Markt verdrängt.

Am 19. Juni 2010 trafen sich 7 Mitglieder – überwiegend weiblich, wo bleiben die Männer? – bei Eveline Renell in Offenbach zum ersten Beschnuppern bei herrlichem Wetter. Nach Kaffeeklatsch unter dem endlich wieder austreibenden Feigenbaum ging es zur Besichtigung in das nahe gelegene Gelände der alten Stadtgärtnerei, wo Eveline Renell ein Erbsenschaubeet mit 17 Sorten angelegt hatte. Die Pflanzen zeigten sich in allen Entwicklungsstadien. Die Peluschken fanden besonderen Anklang, und die Sorte „Überreich“ machte ihrem Namen alle Ehre.

Eine neue Struktur für die Erhaltungsarbeit: Erhalter-Ringe und Fachgruppen

In der Vergangenheit haben eine ganze Reihe von Engagierten dankenswerter Weise die aktive Erhaltung seltener Sorten durch Sortenpatenschaften geleistet. Der VEN etabliert nun mit der Sortenerhaltung durch Erhalter-Ringe und Fachgruppen eine neue Struktur und baut dabei auch auf die Erfahrung und Sortenkenntnis der ehemaligen Paten auf.

Als Tagungsband zur fünften Informations- und Fortbildungsveranstaltung „Historische Gärten und Parks in privater Hand“ am 22. November 2008 in Aachen zum Thema „Bohnapfel, Hauswurz, Ewiger Kohl – Neue Rezepte für alte Nutzgärten“ ist das beinahe gleichlautende Buch erschienen.
Es enthält neben den Vorträgen der Tagung noch ergänzende Beiträge insbesondere zur Geschichte von Küchengärten.

Der Alternative Nobelpreis (Right Livelihood Award) ehrt Menschen und Initiativen, die Lösungen für die dringendsten Probleme unserer Zeit finden und erfolgreich umsetzen und feiert sein 30jähriges Jubiläum in Bonn. Am 16. September 2010 findet die Konferenz: „Visionen und Inspirationen für eine bessere Welt“ statt.

Aus dem anthroposophischen Pforte-Verlag kommt zum Jahr der Biodiversität eine wichtige Sammlung aktueller Beiträge nicht nur zum Stand der Agro-Gentechnik, der Macht des Agri- Business, und der Geistigen Eigentumsrechte, sondern auch zum Qualitätsverlust der heutigen Sorten, und zu alternativen Züchtungsansätzen. Der Band leistet eine leicht verständliche und gut lesbare Darstellung der Fülle von Informationen und auch ihre Einordnung in die Kulturgeschichte.

Der Würzburger Friedenspreis geht 2010, im Jahr der Biologischen Vielfalt, an die Initiative „Frauen für die Vielfalt“ aus dem Landkreis Kitzingen für ihren konstruktiven und gewaltfreien Widerstand gegen Agrogentechnik - lokal, überregional und durch internationale Vernetzung auch weltweit.

Die Chemiker Prof. Dr. Susan Bardócz und Prof. Dr. Árpád Pusztai stehen der Gentechnik kritisch gegenüber seit sie in ihren Forschungen nachgewiesen haben, dass die Verfütterung gentechnisch modifizierter Kartoffeln an Ratten zu einer Schwächung ihres Immunsystems führte und sich sogar innere Organe veränderten.

Strahlendblauer Himmel und eine für viele noch ungewohnte Hitze lockten am 20. Juni nur wenige Erbseninteressierte nach Schönhagen in den Schaugarten. Ein laues Lüftchen aus dem Tal machte es den Besuchern jedoch erträglich, den Ausführungen zur Erbse während der Führung zu lauschen.

Wer gärtnern will, muss dafür üblicherweise ein eigenes Stück Garten besitzen. Guerilla-Gärtner stören sich nicht an einer derartigen Beschränkung und werden überall aktiv, wo sie Potenzial sehen: Mit Blumen und Gemüse gegen Landmangel in Städten und verpasste Möglichkeiten.

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