2-jährige Baumwartausbildung

Zeitraum: 
Dienstag, 12. März 2019 - 14:00 to Sonntag, 17. März 2019 - 16:00
Adresse: 
Obstbaumschnittschule Michael Grolm Nußbaumhof Linderbacherstr. 12 u. 14
99098 Erfurt / Büßleben
Deutschland
Veranstaltungsort: 
Thüringen und Obstaboretum Bielefeld

Inhalt: 2-jährige Ausbildung zum Baumwart für Profis, die sich bereits mit Obstbaumschnitt beschäftigen oder beschäftigen möchten.
Dauer: Ca. 220 Stunden insgesamt, verteilt auf 2×6 Tage, 2×4 Tage und 2×3 Tage. Damit ist es die umfangreichste Baumwartausbildung in Europa, die zudem einen hohen praktischen Anteil hat.
Level: Professionell, Vorkenntnisse sind nicht erforderlich
Dozenten: Obstgärtner und Pomologe Hans-Joachim Bannier, Dipl.-Ing. agr. Michael Grolm, Baumwartin Gesine Langlotz, Baumwart Simon Sammler
Ausbildungsorte: Thüringen und das Obst-Arboretum Bielefeld

Ablauf der 2-jährigen Baumwartausbildung

Block 1 (Thüringen) 12.03.-17.03.'19: Planung, Pflanzung und Erziehungsschnitt von Jungbäumen (1. Jahr)
Block 2 (Bielefeld) 30.03.-02.04.'19: Fortsetzung Erziehungsschnitt, Spezielle Fragestellung, z. B. Umstellung ungepflegter Kronen, Erziehungsschnitt bei Kirschen und Pflaumen und ähnlichen (1. Jahr)
Block 3 (Bielefeld) 23.08.-25.08.'19: Sortenkunde – geeignete Sorten für Garten und Streuobst. Pflanzenschutz – die wichtigsten Krankheiten im Streuobstbau und ihre Vermeidung (1. Jahr)
Block 4 (Thüringen) 2020: Altbaumschnitt (2. Jahr)
Block 5 (Bielefeld) 2020: Veredeln von Obstbäumen (2. Jahr)
Block 6 (Thüringen) 2020: Sommerschnitt, Prüfung (2. Jahr)

Die Ausbildung zum Baumwart richtet sich an Profis und die, die es werden wollen. Wer beruflich oder privat viele Bäume schneiden darf oder auch selbst Obstbaumschnitt-Kurse leiten möchten, ist hier richtig. Die Ausbildung findet in sechs aufeinander aufbauenden Blöcken statt, teils an Wochenenden, teils in der Woche. Eine berufsbegleitende Ausbildung ist daher möglich. Alle Blöcke bestehen aus einer Kombination aus Theorie (15 %) und Praxis (85 %). Das Absolvieren des Kurses soll Sie in die Lage versetzen, Streuobstwiesen und Obstgärten zu planen, zu bewirtschaften und zu pflegen.
Jeder Kursteilnehmer bekommt ein umfangreiches Manuskript der vermittelten Inhalte, aktuell über 500 Seiten.

 

Block 1: Jungbaumschnitt, 6 Tage (Thüringen)

Dozenten: Dipl.-Ing. agr. Michael Grolm und Baumwartin Gesine Langlotz
Theorie: Hintergrundwissen, Wuchsgesetze, Anlegen einer hochstämmigen Obstanlage, Pflanzung, Werkzeugkunde, Literaturhinweise
Praxis: Pflanzung eines Obstbaumes mit Erstellung eines Wühlmauskorbes. Eigenständiges Schneiden von Jungbäumen unter Anleitung, Entwicklung eines Schnitttechnik-Leitfadens
Ziele: Vermittlung von Grundwissen über die Planung einer hochstämmigen Obstanlage, Pflanzung und den Obstbaumschnitt an Jungbäumen. Die Kursteilnehmenden lernen, wie man Bäume so erzieht, dass diese über einen harmonischen Kronenaufbau verfügen (werden). Die Krone soll ermöglichen, dass der Baum problemlos von vier Seiten mit der Leiter bearbeitet werden und qualitativ hochwertiges Obst ohne Stützen tragen kann. Das Motto ist hier, mit möglichst wenig Aufwand möglichst viel zu erreichen.
Abendveranstaltung am Tag 2: Diavortrag „Im Land des Wendehalses“ von Naturfotograf Bernd Gaspar

 

Block 2: Fortsetzung Jungbaumschnitt, 4 Tage (Bielefeld)

Dozenten: Obstgärtner und Pomologen Hans-Joachim Bannier
Theorie: Hintergrundwissen zur bestmöglichen Umstellung ungepflegter Kronen, Besonderheiten beim Schnitt von Steinobst
Praxis: Umstellung ungepflegter Jungbaumkronen oder „verschnittener“ Kronen; Schnitt von jungen Steinobstbäumen mit Anleitung unter Beachtung der Besonderheiten der Steinobstgewächse
Ziele: Erlernen des richtigen Umgangs mit ungepflegten oder „verschnittenen“ Bäumen, wie man sie auf Streuobstwiesen und in Gärten häufig antrifft. Dazu gehört unter anderem das „Umstellen“ solcher Bäume in Richtung eine gut beerntbaren ‚Oeschbergkrone’, deren Kronenaufbau qualitativ gutes Obst ermöglicht und spätere Astbruchschäden vermeidet.
Abendveranstaltung am Samstag: Vorführung und Besprechung der von den Teilnehmern mitgebrachten Fotos von eigenen Bäume, eigener Schnittmaßnahmen, von ‚Problembäume’ etc.

Mehr zum Veranstaltungsort: Obst-Arboretum in Bielefeld

 

Block 3: Obstsorten und Pflanzenschutz im Streuobstbau, 3 Tage (Bielefeld)

Dozenten: Obstgärtner und Pomologen Hans-J. Bannier
Theorie: A) Sortenkunde: Robuste Sorten für Garten und Streuobstanlagen. Standort-angepasste Sortenwahl. Warum driften die Sortimente des Erwerbs- und des Streuobstanbaus immer weiter auseinander? Grundlagen der Bestimmung alter Apfelsorten.
B) Pflanzenschutz: Die wichtigsten Krankheiten im Streuobstbau und deren Vermeidung, die wichtigsten Pflanzenschutzmaßnahmen im extensiven Streuobstanbau
C) Alte Sorten und Obstverwertung – die richtige Ernte und Lagerung des Obstes
Praxis: Führung durch den Sortengarten, Augenscheinnahme sortentypischer Wuchseigenschaften und Krankheitsanfälligkeiten; Augenscheinnahme von Symptomen der wichtigsten Krankheiten
Ziele: Deutliche Verbesserung des Erfolges von Neu- und Nachpflanzungen durch professionelle und standortbezogene Sortenwahl robuster Obstsorten. Ziel ist ebenfalls das eigenständige Erkennen der wichtigsten Krankheiten und Schädlinge, sowie dem Erwerb von Grundwissen zur Sortenbestimmung.
Abendveranstaltung am Samstag: Verkosten diverser Apfelsorten, sowie von mitgebrachten Produkten der Teilnehmer

 

Block 4: Altbaumschnitt, 6 Tage (Thüringen)

Dozenten: Dipl.-Ing. agr. Michael Grolm, Baumwartin Gesine Langlotz und Baumwart Simon Sammler
Theorie: Schonender Altbaumschnitt, Wirtschaftlichkeit von Streuobstwiesen, Vermarktungsfragen
Praxis: Begutachtung und Schnitt der Jungbäume vom Vorjahr. Selbstständiges Schneiden von Altbäumen unter Anleitung. Verjüngungs- und Erhaltungsschnitt. Die TeilnehmerInnen schneiden Selbständig 3-6 Altbäume alleine (diese ist einmalig unter den Ausbildungen in Europa!)
Ziele: Vertiefung des Jungbaumschnittes und eigenständiges Schneiden von Altbäumen
Abendveranstaltung am Tag 2: Vortrag über den Leitfaden Obstbaumschnitt mit Vorher- und Nachherbilder

 

Block 5: Veredelung, 4 Tage (Bielefeld)

Dozenten: Obstgärtner und Pomologen Hans-Joachim Bannier
Theorie: A) Wissensvermittlung zur Veredelung: Verhältnis Wurzelunterlage zu Edelsorte, Veredelungsunterlagen der unterschiedlichen Obstgehölze, die verschiedenen Veredelungsarten in verschiedenen Jahreszeiten, Veredeln in der Baumschule, Umveredeln älterer Obstbäume. B) Werkzeugkunde C) optimale Reiseraufbewahrung, Nachbehandlung der Veredelung etc.
Praxis: Die wichtigsten Veredelungsarten und verschiedene Schnittführungen werden unter Anleitung von den Teilnehmern selbständig eingeübt.
Werkzeuge: Veredelungsmesser können im Kurs erworben oder ausgeliehen werden. Veredelungsunterlagen, Edelreiser und sonstiges Zubehör werden ebenfalls gestellt. Die Teilnehmer können auch eigene Reiser zum Veredeln mitbringen. Jeder Teilnehmende bekommt zum Kursende zwei selbst veredelte Bäumchen mit nach Hause, sowie Tipps zur weiteren Pflege der Pflanzen. Weitere Wurzelunterlagen und Reiser können auf Wunsch erworben werden.
Abendveranstaltung am Tag 2: Gemeinsames Begutachten von Fotos der Teilnehmenden, beispielsweise von selbst geschnittenen Bäume, Problembäume etc..

 

Block 6: Sommerschnitt und Prüfung, 3 Tage (Thüringen)

Dozenten: Obstgärtner und Pomologen Hans-J. Bannier und Dipl.-Ing. agr. Michael Grolm
Theorie: Besonderheiten bei der Pflege von Steinobstbäumen (Kirsche, Walnuss, Pflaume, Aprikose, Pfirsich etc.), Wirkungen des Sommerschnitts, Diskussion der Vor- und Nachteile.
Praxis: Sommerschnitt am Altbaum (z. B. an Kirsche, Pflaume oder Walnuss), gegebenenfalls auch an jüngeren Bäumen.
Nachmittagsveranstaltung am Tag 2: Öffnen eines Bienenvolkes mit Vortrag zur Bestäubungsleistung der Honigbiene mit anschließender Verkostung von frischem Wabenhonig.

 

 

Prüfung während der Baumwartausbildung

Die Prüfung zum Baumwart kann nur nach der Teilnahme an allen Blocks erfolgen. Die Blocks bauen aufeinander auf und müssen als Gesamtblock gebucht werden. Eine Buchung von einzelnen Blöcken ist nicht möglich!
Die Prüfung besteht aus einem theoretischen Teil und einem praktischen Teil am Baum. Am Sonntagnachmittag findet nach bestandener theoretischer und praktischer Prüfung die Urkundenüberreichung statt.

 

Eintragung Baumwartsuchfunktion

Nach erfolgreich bestandener Prüfung gibt es die Möglichkeit, sich in unsere Baumwartsuchfunktion auf unserer Homepage als zweijähriger Baumwart eintragen zu lassen. In diesem Netzwerkverzeichnis können Kunden Baumwarte deutschlandweit für Schnitt und Pflege von Obstbäumen suchen und finden (siehe Baumwartsuche).

 

Kosten der Baumwartausbildung

Kursgebühr: 2.500 €, zzgl. 19% MwSt. (Anzahlung 500 €), zzgl. Kosten für Verpflegung und ggf. Unterbringung
Ermäßigte Kursgebühr: 1.750 €, zzgl. 19% MwSt. (Anzahlung 500 €), gilt für Schüler, Studenten, Azubis und Arbeitslose, zzgl. Kosten für Verpflegung und ggf. Unterbringung
Unterkunft und Verpflegung: Kosten für Unterkunft und Verpflegung sind nicht in der Kursgebühr enthalten. Weitere Informationen finden Sie hier.
Ausstattung: Während des Kurses können Sie bei uns professionelles Schnittwerkzeug und weiteres Zubehör erwerben.
Mitzubringen sind (wenn vorhanden): Streuobstspezialitäten, Schreibunterlagen, Leiter, Handschuhe zum Baumklettern, Gartenschere, Baumsäge, Teleskopschere, Krebsmesser, Veredelungswerkzeug, ein kleines Brett (ca. 25 x 15 cm zum Maß anlegen), sowie Ihr privates Schnittwerkzeug zur Beurteilung.

Kontakt: 
Obstbaumschnittschule Michael Grolm, Nußbaumhof Linderbacherstr. 12 u. 14, 99098 Erfurt / Büßleben, Telefon: 0170/1087174