Saatgut-Festival lockt 1300 Menschen nach Iphofen

[28.02.2012, Pressemitteilung] Die Feuerbohne „Sophie’s Türken“ und die Schwarzwurzel „Hoffmann’s Schwarze Pfahl“ bieten Geschmackserlebnisse, die kürzlich viele neue Freunde gewonnen haben. Seit dem 25. Februar zählen sich nicht nur Barbara und Martin Keller von Open House zu den Kennern. Sie wollen diese und andere Sorten aus ihrer „Fränkischen Saatgutarche“ mit anderen  Genießern teilen. Nicht nur aus dem Landkreis Kitzingen, sondern von weit her kamen Aussteller und Besucher nach Iphofen. Saatgut von mehreren Tausend Sorten Gemüse, Kartoffeln, Kräutern, Getreide und Obst warteten auf Interessenten. Schon nach wenigen Stunden waren  Samentüten und Pflanztöpfe in 1300 neue „kribbelnde Gärtnerhände“ – so Barbara Keller -gelangt; die ersten Frühlingssonnenstrahlen steigerten die Hoffnungen. Anders als bei den uniformen Sorten aus industrieller Züchtung können Hausgärtner und Biobetriebe von den alten Sorten nicht nur intensiven Genuss, sondern auch gesunde chemiefreie Nahrung erwarten. Kinder lassen sich schnell auf die ansprechende Gemüse-Vielfalt ein, und zu ihrer Zukunft trägt der klima- und naturschützende Anbau bei. Aus einer Talkrunde erfuhren die Besucher, dass die Sortenvielfalt unterschiedliche Bedürfnisse von privaten und professionellen Gärtnern deckt, und dass bei Tomaten und Bohnen der Einstieg in die eigene Samenernte besonders leicht fällt. Auch gewöhnen sich viele Sorten mit der Zeit immer besser an ihren Standort, so machten die Erfahrenen den Anfängern Mut. Die F1-Hybridsorten der Industrie eignen sich dafür jedoch nicht, man muss traditionelle „samenfeste“ Sorten nehmen. Einige der Aussteller ziehen diese Sorten als Hobby, andere haben den Gärtnerberuf gelernt. Die Samengärtnerei wird kaum noch als Ausbildung angeboten; daher führen Erhalterorganisationen wie der bundesweit tätige Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt (VEN) Saatgutseminare durch. Die Nachfrage steigt auch hinsichtlich der Welternährung zu Recht, erläutert Susanne Gura vom VEN, der das Saatgut-Festival mit veranstaltet hat. Dass nicht die Gentechnik, sondern der kleinbäuerliche und der Bio-Anbau für die um das Jahr 2050 erwarteten neun Milliarden Menschen sorgen können, bestätigen seit kurzem auch renommierte Experten und Einrichtungen wie der Weltagrar-Rat.

Weitere Informationen:

Susanne Gura, Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt (VEN), T: 0228 9480670, E-Mail: gura@dinse.net, www.nutzpflanzenvielfalt.de

Barbara Keller, Open House, T: 09321 4922 , E-Mail: myopenhouse@yahoo.de;  http://www.openhouse-site.de/