Gartenmelde

Gartenmelde Foto: Susanne Goroll
Botanischer Name: 
Atriplex hortensis

(Text nach einem Infoblatt von Ursula Reinhard)

Die Melde, ein einjähriges Gänsefußgewächs, stammt aus dem Mittelmeerraum und kam mit den Römern über die Alpen. Der Spinat hat sie weitgehend aus unseren Gärten vertrieben.

Es gibt verschiedenfarbige Melden: von hellem Grün bis Magentarot.

Anbau: 

Erste Aussaaten erfolgen bereits im März, in sehr milden Regionen auch schon Ende Februar, sobald der Boden offen ist. Günstig ist eine Aussaat in Folgen bis Ende Juni, damit immer frische, zarte Blätter zur Verfügung stehen.

Sie bevorzugt zwar einen sonnigen Standort, verträgt aber auch Halbschatten. Ausgesät wird dünn in Reihen. Bis zur Keimung sollte das Beet gleichmäßig feucht gehalten werden, damit die Saat gleichmäßig aufläuft. Die Pflänzchen auf 40-60 cm ausdünnen. Danach kann die Melde-Kultur weitgehend sich selbst überlassen werden. Abhängig von Düngung und Feuchtigkeit wird sie bis zu 2 m hoch.

Krankheiten und Schädlinge treten so gut wie nie auf, ein gelegentlicher Blattlausbefall an den Triebspitzen bekämpft man durch das Ausknipsen der befallenen Triebe.

Unverträglich ist die Melde nur mit anderen Gänsefußgewächsen. 

Ernte: 

Die Melde produziert rasch große Blattmassen, die fortlaufend geerntet werden können. Schneidet man die Pflanze im Juni, bevor sie Samenstände anzusetzen beginnt, oberhalb der untersten Blattachsel ab, so treibt sie dort ein weiteres Mal aus und 4 Wochen später kann ein zweite Ernte eingebracht werden. Ein Guss Brennnesselbrühe gibt der Pflanze die Kraft für diese erneute Anstrengung.

Vermehrung: 

Die Gewinnung von eigenem Saatgut ist einfach: Einige der Pflanzen läßt man in Blüte gehen, Ende Juli reifen die flachen Samen. Sie werden abgestreift und etwas nachgetrocknet. Aber Vorsicht: ein Verkreuzung verschiedener Melden untereinander und auch mit der wilden Melde ist nicht auszuschließen. Sollen die Melden sortenrein erhalten werden, ist dann Isolierung nötig.

Selbstgewonnenes Saatgut sollte nicht zu lange aufbewahrt werden, denn schon im zweiten Jahr nach der Ernte läßt die Keimkraft stark nach. Melde sät sich auch sehr rasch selbst aus und kann so schon fast lästig werden.

Nutzung: 

Besonders Kinder, denen Spinat ja oft recht unangenehm schmeckt, haben weniger an der Melde auszusetzen. Der geringere Gehalt an Oxalsäure läßt sie milder schmecken. Mancher mag sie sogar als zu fade empfinden. Als Mischgemüse beispielsweise mit Sauerampfer gewinnt sie mehr Charakter.

Die Blätter werden wie Spinat zubereitet, junge Blätter können auch roh verzehrt werden.