Aroniabeere / Apfelbeere

Aroniabeere Foto: Susanne Goroll
Botanischer Name: 
Aronia melanocarpa

Dieses wenig bekannte, reich und zuverlässig tragende Wildfruchtgehölz gehört in die Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Seine Früchte sind, trotz ihres Namens, keine Beeren, sondern kleine Apfelfrüchte (Kernobst). Sie sind klein, maximal 1,5 cm im Durchmesser, und schwarz.

Ihren Ursprung hat die Apfelbeere in Nordamerika, wo sie von den Ureinwohnern bereits als Nahrungs- und Heilpflanze genutzt wurde. Über Europa gelangte sie Anfang des letzten Jahrhunderts nach Russland, wo der Botaniker Mitschurin bald ihr Potential entdeckte: die Frosthärte, auch in sibirischen Klimaten, die Unempfindlichkeit gegenüber Schädlingen und Krankheiten, ihre Schmackhaftigkeit und die heilkräftigen Inhaltsstoffe. 

Anbau: 

Der Strauch ist absolut winterfest ( bis -30°) Er ist licht- und feuchtigkeitsliebend, ungünstig ist ein hoher Kalkgehalt des Bodens, es ist nur mäßige Düngung erforderlich. Er ist sehr robust gegenüber Krankheiten und Schädlingen, erfordert keinen komplizierten Schnitt. Er kann über viele Jahre hindurch beerntet werden. Blüte: Ende Mai, also nicht frostgefährdet.

Bei regelmäßiger Bewässerung in sonniger Lage ist auch die Haltung im Topf möglich. 

Ernte: 

Die reifen Beeren (Anfang bis Mitte August) ähneln den Vogelbeerfrüchten, sind aber violett-schwarz. Je länger sie am Strauch bleiben, desto süßer sind sie. Haben Vögel sie einmal entdeckt, kann im Handumdrehen der Strauch leer gefressen sein.

Vermehrung: 

Im Handel erhältlich ist die Aronia wurzelecht als Strauch und als auf Eberesche veredelter Hochstamm, es gibt einige Sorten und Auslesen. Je nach Sorte beträgt die Höhe des Strauchs 1-3 m. Aus persönlicher Erfahrung kann die Sorte ‚Nero’ empfohlen werden.

Die Samenvermehrung geschieht am besten im Herbst durch Freilandaussaat. (vorwiegend Selbstbefruchter). Vegetativ ist er durch Stecklinge oder Ableger zu vermehren. Durch Selbstaussaat bekommt man immer wieder neue Pflänzchen.

Nutzung: 

Die Beeren zum Rohgenuss sind für diejenigen, die es herb lieben.  

Sie sind geeignet zum Trocknen, als schmackhafte Konfitüre und Kompott, besonders auch gemischt mit anderen Früchten, zur Wein- und Likörbereitung.

In der russischen Volksmedizin gilt die Aronia als Allheilmittel. Im osteuropäischen und im US-amerikanischen Raum sind zahlreiche Studien erschienen, die die medizinische Wirksamkeit  der Apfelbeere belegen. Neben Vitaminen und Mineralstoffen enthält sie sekundäre Pflanzenstoffe, wie die Antioxidantien Anthocyane und Procyanidine.

Tipps: 

Die Aroniapflanzen haben einen hohen Zierwert durch die hübsche Blüte, die dunklen Beeren und die rote Herbstfärbung. Auch als Hecken- und Vogelnährgehölz geeignet!

Buchtipp: Aronia Unentdeckte Heilpflanze, von Sigrid Grün und Jan Neidhardt, im Verlag edition buntehunde

Text: Susanne Goroll